Samstag, 28.01.2012

Österreichs Wein verliert weiter an Boden


Auch der Monat November brachte der österreichischen Weinwirtschaft nicht die prognostizierte Trendwende beim Export nach Deutschland, der nunmehr seit 18 Monaten rückläufig ist. Nach den aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden betrug das Import-Minus im November 2011 rund 44 Prozent in der Menge und 20 Prozent im Wert. Das dürfte in etwa auch dem zu erwartenden Jahresminus entsprechen. Von Januar bis November wurden laut Destatis 21,2 Millionen Liter Wein aus Österreich importiert gegenüber 38 Millionen Liter im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Wert ging von 56 Millionen Euro auf 45,2 Millionen Euro zurück.



Aktuelle Storechecks des Weinreporters im Discount und im LEH - also dort wo drei Viertel des deutschen Weinabsatzes stattfindet – zeigten, dass österreichischer Wein mit Ausnahme des Grossproduzenten Lenz-Moser fast völlig aus den Regalen verschwunden ist. Wenn überhaupt, dann findet er im Segment 2,49 bis 4.99 Euro statt. Im angestrebten Premiumbereich zwischen fünf und zehn Euro habe ich nur in einem einzigen Fall (Plaza) einige Flaschen der Prestige-Linie von Lenz- Moser für 8,79 Euro gefunden. Bei der Drogeriekette Rossmann – früher mal ein Powerseller für Grünen Veltliner vor allem aus dem Weinviertel – ist Österreich ganz aus dem Programm verschwunden. Man darf gespannt sein, ob es der österreichischen Weinwirtschaft im laufenden Jahr dank einer grösseren Erntemenge 2011 gelingen wird, das verlorene Terrain wieder zurück zu gewinnen. Gecheckt wurden Im Dezember 2011 und Januar 2012 Filialen von Aldi Nord, Lidl, Penny, real, famila, Netto, Plaza, toom, sky, Norma, Rewe und Edeka in Hamburg, Schleswig Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
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Donnerstag, 26.01.2012

Die VDP-Klassifikation wird reformiert


Bei der gestrigen ausserordentlichen Mitgliederversammlung der VDP in Neustadt an der Weinstrasse haben die Delegierten der Regionalverbände einstimmig eine Reform der VDP-Klassifikation beschlossen. Im Vorfeld war es durch eine publizistische Indiskretion zu erheblichen Irritationen gekommen, die das seit Monaten intern diskutierte Projekt in letzter Minute gefährdeten. So lehnte der VDP Rheingau die erste Vorlage des Präsidiums ab. Die überarbeitete neue Version, die diverse Ausnahmereglungen enthält, wurden dann aber zugestimmt.



Die Reform sieht nunmehr ein vierstufiges System von Herkunftsbezeichnungen vor, die sich rein äusserlich an das traditionelle burgundische Modell anlehnt. An der Basis wird es dann Gutsweine (= generique ) und Ortsweine (= Village) geben und an der Spitze werden die grossen Gewäche aufgesplittet in Grosse Lage (= Grand Cru) und Erste Lage (Premier Cru). Damit schwenkt der VDP zehn Jahre nach der Einführung seiner Klassifikation im Jahr 2002 auf das ursprüngliche Konzept des Comités Erstes Gewächs aus den 1990er Jahren ein, das bereits damals eine solche Aufteilung nach einer mehrjährigen Überprüfung vorsah. Wenn man dieses Konzept mit entsprechenden Übergangsfristen konsequent durchziehen würde, könnte es meiner Meinung nach durchaus Erfolg haben. Allerdings zeichnet sich jetzt bereits ab, dass über die regionalen Ausnahmeklauseln das Konzept bereits im nächsten Schritt wieder verwässert werden könnte.
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Mittwoch, 25.01.2012

Wann wacht der deutsche Weinhandel endlich auf?


In der vergangenen Woche hat mit der Firma Weinvision in Kassel ein weiterer namhafter Weinfachhändler aufgegeben und Insolvenzantrag gestellt. Das 1998 gegründete Unternehmen war Mitglied der angesehenen Fachhandels-Vereinigung Vinum Bonum. Geschäftsführer Reinhard Riediger nannte gegenüber der Fachzeitschrift WEIN+MARKT u.a. den Wegfall eines Großkunden und eine falsche Strategie als Gründe. Mit dem Aufbau von gleich zwei neuen Einzelhandelsgeschäften in Gießen und Fulda habe man sich übernommen. Klingt zunächst plausibel. Dann habe ich mir mal angesehen, wie die 14 Vinum Bonum Mitglieder im Bereich social media aufgestellt sind und festgestellt: weitgehend Fehlanzeige. Fünf von ihnen haben kein Facebook-Page, acht haben zwar Facebook-Pages, aber darauf weniger als 100 Fans. Nur Harald F. Brehmer (109) und vor allem Rindchen´s Weinkontor (1.566) liegen darüber. Es hat sich also so gut wie nichts geändert an meiner Feststellung vom Februar 2011: Der Handel verschläft Wein im Web2.0. Oder vielleicht doch nicht?

Donnerstag, 19.01.2012

Kommunikations-GAU beim VDP


Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) erlebte diese Woche einen krachenden Kommunikations-GAU. Nach einem informativen Hintergrundgespräch, das der VDP-Präsident Steffen Christmann am Kamin mit einigen geladenen Journalisten führte, beging einer der exklusiv Vorabinformierten eine fatale Indiskretion. Sascha Speicher veröffentlichte in der Fachzeitschrift Weinwirtschaft einen Artikel, in dem eine Beschlussvorlage des Vorstands zur Neuordnung der Grossen Gewächse, die zur Zeit von regionalen Konferenzen diskutiert wird, als quasi vollendete Tatsache hingestellt wurde. Das Berliner Genussportal von Niko Rechenberg übernahm die Story ungeprüft als Gastbeitrag und verbreitete sie per Email bundesweit als Eilmeldung.

Die wichtigsten beiden Knackpunkte: Die VDP-Weingüter im Rheingau sollen ihre Ersten Gewächse in Grosse Gewächse umbenennen und sich bei der Produktion an die gesetzlichen Trocken-Grenzen halten. Bisher können Erste Gewächse aus dem Rheingau bis zu 13 g Zucker/Liter enthalten. Ausserdem sollen künftig grundsätzlich keine trockenen Prädikatsweine mehr produziert werden. Die Begriffe Kabinett, Spätlese und Auslese soll dann bei VDP-Betrieben ausschliesslich restsüssen Weinen vorbehalten bleiben.

Deutschland wird 2012 zum wichtigsten Exportmarkt für Südafrikas Weinwirtschaft


Das Jahr 2012 könnte eine historische Wende für die südafrikanische Weinwirtschaft bringen. Erstmals wird voraussichtlich in diesem Jahr Deutschland Grossbritannien, den traditionell wichtigsten Absatzmarkt für Kapweine, überholen und zum grössten Exportmarkt der südafrikanischen Weinerzeuger werden. Im zurückliegenden Jahr wurde dieses Ergebnis nur knapp verfehlt. Deutschland importierte zwar erstmals mehr als 80 Millionen Liter Wein aus Südafrika, blieb damit aber Zweiter hinter den Briten, die 81 Millionen Liter importierten. Dies geht aus den soeben veröffentlichten Zahlen der südafrikanischen Weinstatistik SAWIS hervor.

Die Tendenz ist eindeutig. Während diese Menge für Deutschland ein Plus von elf Prozent bedeutet, ging der Export nach Grossbritannien um 22 Prozent zurück. Dieses dicke Minus ist letztendlich auch die Ursache dafür, dass der weltweite Gesamtexport Südafrikas 2011 um fünf Prozent zurückging. Dies ist vor allem dem schwächelnden Export von Flaschenweinen (- 20 %) geschuldet der durch die Zunahme des Exports von Tankware (+ 16 %) nicht aufgefangen werden konnte.

Mittwoch, 18.01.2012

Die FAZ und die Michelin-Ente


Unter dem Schlagwort „Abgewertet“ vermeldete die FAZ, der Guide Michelin plane seine Printauflage einzustellen und diese durch eine Online-Ausgabe zu ersetzen, bei der Internetnutzer mitbewerten können. Die elitär besorgte Frage des Autors: Vergeben bald ketchupliebende Flegel die begehrten Sterne? Das klang in vielen Ohren nach Sensation und Kulturschock. Die Wellen schlugen deshalb heute hoch. Schnell machte das Thema die Runde: Bernd Matthies vom Berliner Tagespiegel verbreitete die News via Facebook und Michael Pleitgen berichtete in seinem Blog darüber. Es gab Kommentare von Gastronomen und Kollegen. Am Ende des Tages und einige Recherchen weiter bleibt festzustellen: viel Lärm um Nichts. Es handelt sich um eine Ente. Die Michelin-Pressestelle hat diese Darstellung inzwischen klar dementiert: Es gibt keine Überlegungen die Printausgabe einzustellen oder gar Inspektoren durch Leserkommentare zu ersetzen.

Dienstag, 10.01.2012

Österreichs Winzer sind auf Facebook führend


Gestern hat beim Online-Award, den das Berliner Genussportal für die “Beste Weingut Facebook-Seite 2012″ ausgeschrieben hat, die Abstimmungsphase begonnen. Die Jury hat aus den vorgeschlagenen rund 100 deutschsprachigen Seiten 50 nominiert. Über die kann das Publikum nun öffentlich via Facebook abstimmen. Die überwiegende Mehrzahl der Nominierten kommt aus Deutschland (35). Aber es sind auch 13 österreichische Seiten dabei und je eine aus Frankreich und Südtirol.

Ich habe dies zum Anlass genommen und recherchiert wie viele Facebook-Seiten von Weingütern und Winzergenossenschaften es aus dem deutschsprachigen Raum gibt. Verlässliche Zahlen dafür gab es bis jetzt nicht, nur Schätzungen. Meist ging man von einer Zahl zwischen 150 und 200 aus. Das war mir denn doch zu ungenau. Die Mühe hat sich gelohnt. Bis jetzt konnte ich 575 Seiten ermitteln. Ich schätze, dass die tatsächliche Zahl auf über 600.

Freitag, 06.01.2012

ÖWM-Jubiläum mit Schönheitsfehler


Eigentlich hätte das Jahr 2011 das strahlende Jubeljahr für die Österreichische Weinmarketing (ÖWM) werden sollen. Galt es doch das 25jährige Bestehen dieser Organisation zu feiern, die 1986 gegründet wurde, ein Jahr nachdem der grosse Weinskandal die Exporte der österreichischen Winzer auf quasi Null einbrechen liess. Seither hat dieses Team beachtliches geleistet und entsprechend vollmundig fielen denn auch die Lobeshymnen in den Medien aus. Österreichs Weine geniessen heute weltweit einen Ruf und Stellenwert wie es noch niemals zuvor in der Weinbaugeschichte des Landes der Fall war. Österreichs Weinwirtschaft besitzt – so die Selbsteinschätzung - „eine der schlagkräftigsten Weinmarketing-Institutionen weltweit“.

Als aussagekräftigster Beweis des Weinwunders Österreich wurden zum Jahreswechsel die Exportzahlen der letzten 25 Jahre und deren Entwicklung hin zum Exportrekord im Jahr 2010 mit 123 Millionen Euro und 62 Millionen Liter genannt. Der soll nun im abgelaufenen Jahr sogar noch übertroffen worden sein. Zwar liegen bisher nur die konkreten Zahlen für die ersten neun Monate von Statistik Austria vor, aber die ÖWM hat hochgerechnet und präsentierte zum Jahreswechsel neue Zahlen. Die erwarteten Gesamtexporte werden demnach zwar eine geringere Menge von 46,5 Mio. Liter ausweisen, was einem minus von 25 Prozent entspräche. Der Wert werde jedoch auf voraussichtlich 126 Mio. Euro (+ 2,6 %) steigen. „Noch nie hat die österreichische Weinwirtschaft eine höhere Wertschöpfung erzielt “, freut sich ÖWM-Chef Willi Klinger

Donnerstag, 05.01.2012

Die erfolgreichsten Weinmarken auf Facebook 2012


In einem Artikel für den Blog der Weinakademie Berlin stellt Michael Pleitgen heute die Frage: Finden Social Media und die Weinbranche 2012 zueinander? Darin erwähnt er auch als positives Beispiel für erfolgreiches Communitybuilding die Seite des amerikanischen Weinerzeugers Wente Brothers, die im Laufe der vergangenen eineinhalb Jahren über 9.000 Fans geniert hat. Das ist beachtlich, aber es gibt Betriebe, die es da auf ganz andere Zahlen bringen. Seit meiner letzten Veröffentlichung im Februar vergangenen Jahres sind die Zahlen förmlich explodiert.

Das hat mich zum einem Update meiner Liste der bei facebook erfolgreichsten Weingüter veranlasst. Dabei habe ich die Sekt- und Champagnermarken ausser Acht gelassen und dafür die Liste der Weinmarken und Weingüter zusammengeführt, da die meisten der besonders erfolgreichen Weingüter wie Marken funktionieren. Nach meinen Recherchen u.a. über die Datenbanken von socialbakers.com gibt es derzeit 27 Marken/Güter mit mehr als 10.000 Facebook-Fans. Angeführt wird die Liste von der australischen Marke [yellow tail] mit 294.616 Fans und Gallo mit 160.231 Fans. Auf Platz müsste mit 149.156 Fans eigentlich Jacob´s Creek liegen, wenn man die insgesamt fünf verschiedenen nationalen Auftritte dieser Marke zusammenzählt. In der Liste tauchen aber nur die drei erfolgreichsten Einzelseiten auf den Plätzen 7, 8 und 9 auf.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen der internationalen, vor allem der amerikanischen Szene und der deutschsprachigen? Warum gelingt es in Deutschland keinem Weingut wenigstens auf 1.000 Fans zu kommen? Immerhin zeigen einige österreichische Betriebe wie Bründlmayer, Esterhazy oder Klosterneuburg, dass dies geht. Und die Weinmarke Blanchet kann sich mit ihren mittlerweile über 6.000 Fans auch international sehen lassen zumal diese in einer kurzen Zeit von nur wenigen Monaten generiert wurden. Hier bleibt als erster Fehler festzuhalten: deutschen Weingütern fehlen social media taugliche Marketingkonzepte sowie vor allem Verständnis und Mut zum Branding.

Mittwoch, 04.01.2012

Award für Weingutsseiten auf Facebook


Über 100 Facebook-Auftritte sind zum ersten Wettbewerb um die beste Seite eines deutschsprachigen Weingutes auf Facebook vorgeschlagen, den das Berliner Genussportal von Niko Rechenberg ausgeschrieben hat. Eine gute Idee, wie ich finde, die leider im ersten Anlauf nicht ganz konsequent durchgeführt wird. Aber das kann sich ja durch die Arbeit der Jury noch ändern. Diese ist hochkarätig besetzt und wählt jetzt aus den Vorschlägen die Nominierten, die dann demnächst der Facebook Wein-Gemeinde zur Abstimmung vorgeschlagen werden.

Man kann die jetzt publizierte Liste durchaus als repräsentativ nehmen auch wenn die beiden erfolgreichsten österreichischen Weingutseiten (Bründlmayer und Esterhazy) fehlen. Zum Teil handelt es sich aber wie bei Sybille Kuntz oder Jacob Duijn nicht um Seiten sondern um Profile. Es ist mindestens ein Händler darunter, auch zwei Sekterzeuger und einige Seiten sind nicht deutschsprachig. Rechnet man diese Irrläufer heraus, bleiben 89 echte deutschsprachige Weingutsseiten übrig. Diese haben im Schnitt 278 Fans. Dabei wird diese Zahl, was Deutschland betrifft durch die durchschnittlich höheren Fans- Zahlen der österreichischen Betriebe nach oben geschönt. Das offenbart die Bedeutungslosigkeit dieser Szene, die erkennbar im eigenen Saft schmort und so gut wie keine nachhaltige Aussenwirkung hat. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen fehlt diesen Seiten der messbare Erfolg und dies ist nun mal die Anzahl der Fans und sonst nichts. Die wenigen halbwegs erfolgreichen Protagonisten wie Johner, Knyphausen oder Hex vom Dasenstein täuschen darüber hinweg, dass es am anderen Ende sehr viele Weingüter gibt, die weit weniger als 100 Fans für ihre Seiten generiert haben. Branding, Marketingkonzepte, Community building sind allenfalls bei einem Dutzend Betriebe im Ansatz zu erkennen. Der einzige deutschsprachige Weinmacher, der dies für seine Person und seine Unternehmungen perfekt beherrscht sitzt in der Jury: Dirk Würtz. Kein Wunder, dass keine dieser Seiten bislang den Sprung in die Liste der TOP 100 für alkoholische Getränke auf Facebook geschafft hat. Dies wird sich auch durch einen solchen Wettbewerb nicht ändern lassen. Selbst wenn die Liste – was zu erwägen wäre – nicht deutsch sondern deutschsprachig ermittelt würde, änderte sich das nicht. Denn auch in Österreich und der Schweiz gibt es zahlreiche Bier-, Sekt- und Spirituosenmarken, die auf Facebook erfolgreicher sind als die erfolgreichsten Weingüter dieser beiden Länder.

Dienstag, 03.01.2012

Bacardi mit über 2 Millionen Facebook Fans


Erstmals habe ich zum Beginn des neuen Jahres eine Liste der TOP 100 Alkohol-Marken auf Facebook Deutschland erstellt. Im Vergleich zur letzten TOP 50 Liste aus dem Oktober 2011 hat sich sehr viel verändert. Ich habe daher auf einen Ranking-Vergleich verzichtet. Zum einen sind viele neue Marken hinzugekommen, andere haben ihre Seiten verändert oder neu gestartet. Spitzenreiter Bacardi beispielsweise hat seine vielfältigen FB-Aktivitäten auf eine Seite konzentriert. Das hat sich ausgezahlt. Mit über zwei Millionen Fans ist keine andere alkoholische Getränkemarke hierzulande so erfolgreich wie Bacardi. Im weltweiten Ranking aller Marken reicht dies immerhin für einen Platz unter den TOP 200.



Inzwischen bringen es elf Alkohol-Marken in Deutschland auf mehr als 100.000 Fans. Nach wie vor spielt in diesem Ranking Wein so gut wie keine Rolle. Ausnahme: Blanchet auf Platz 53 sowie die beiden Wein-Mixgetränke Kalte Muschi (42) und Acht Grad – Die Weinschorle (87). Mit Fichtekranz findet sich auf Platz 100 auch eine Apfelweinmarke. Anders die diversen Schaumweine sei es Sekt, Cava, Spumante oder Champagner. Diese Sparte ist gleich mit neun Marken in der Liste vertreten: Cinzano Asti (7), Rotkäppchen (11), Söhnlein Brillant (21), Jules Mumm (23), Freixenet (37), Moet Chandon (38) Mumm (51) Veuve Clicquot (54) und Henkell (85). Dazu gesellt sich noch auf Rang 92 der Sekt-Mix Glitter & Gold.



Bei über der Hälfte der Marken in dieser Liste handelt es sich um Biere. Die Zahl der reinen Biermarken liegt bei 52. Dazu kommen noch drei Bier-Mixgetränke. Allerdings schaffen nur zwei Biere die Sprung unter die spirituosenlastige TOP 10, die von Bacardi, Martini, Smirnoff und Captain Morgan angeführt werden. Auffallend: neben den bundesweit vertriebenen Premium-Biermarken setzen zum einen Importbiere wie Carlsberg (20), San Miguel (35) und EFES (46) auf die Möglichkeiten, die Ihnen Facebook zur Profilierung und Popularisierung bietet. Aber auch kleine Regionalbrauereien wie Früh Kölsch (56), Gaffel Kölsch (58) oder Moritz Fiege (68) sehen in der Communitybildung eine Chance. Vor allem letzteres könnte sich die heimische Weinbranche zum Vorbild nehmen.

Freitag, 30.12.2011

Jahrgang 2011: fünfwärmstes Jahr seit 1881


In Deutschland erreicht das Jahr 2011 eine Jahresmitteltemperatur von 9,6 Grad Celsius (°C). Es dürfte damit knapp zu den fünf wärmsten Jahren seit 1881 gehören. Das Vorjahr war mit 7,8°C deutlich kühler ausgefallen. Den Temperaturrekord hält immer noch das Jahr 2000 mit 9,9°C. Beim Sonnenschein steht 2011 sogar auf dem Treppchender Top 3: Nur die Jahre 2003 und 1959 waren hierzulande sonnenscheinreicher. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2 000 Messstationen.

2011 begann in Deutschland mit starkem Tauwetter und die Schneemassen, die im Dezember 2010 gefallen waren, schmolzen rasch dahin. Dies führte an zahlreichen Flüssen zu Hochwasser. Im Frühjahr brachte eine außergewöhnliche Häufung von Hochdruckgebieten über Mitteleuropa einen eindrucksvollen Sonnenscheinrekord, den zweithöchsten Temperaturdurchschnitt seit dem Beginn der flächendeckenden Messungen 1881 sowie den geringsten Niederschlag seit 1893. Viele Flüsse, an denen im Januar noch Hochwasser geherrscht hatte, führten jetzt extremes Niedrigwasser. Zu Beginn des Sommers stellte sich die Witterung um und Tiefdruckgebiete übernahmen die Regie. Sie beendeten die Trockenheit und führten besonders im Norden und Osten gebietsweise zu sintflutartigen Regenfällen. Das wechselhafte Wetter hielt bis in den September an. Danach folgten ein ungewöhnlich ausgeprägter Altweibersommer und der trockenste November seit Aufzeichnungsbeginn. Der Dezember verlief dagegen sehr nass, stürmisch und nur wenig winterlich.

Donnerstag, 22.12.2011

Medien-Misere: Schrott, Spass und Seilschaften


Seit Wochen wird auf zahlreichen Facebook- und Google plus-Profilen oder auch in Blogs über die nachlassende Qualität des Weinjournalismus, das Dilettantenunwesen der Spassfraktion und korrupte Seilschaften zwischen Weinwirtschaft und Weinkritikern berichtet und diskutiert. In Deutschland scheint mir dies allerdings nur ein Symptom für die generelle Misere der Medienlandschaft zu sein: in Sonntagsreden wird Qualitätsjournalismus gepredigt aber im Alltag oft genug nur Schrottschreibe geliefert.

Der nachstehende Artikel über „Hungerlöhne für Jungjournalisten“, der mich heute via Pressetext.at erreichte, zeigt einige wichtige Gründe auf für die miserable Verfassung, in der sich der Journalismus in Deutschland derzeit generell befindet. Neben der Problematik des Überangebots an Berufsanfängern und der Rahmenverträge kommt auch noch als Fakt dazu, dass immer mehr Nicht-Journalisten von Verlagen als Schreiber engagiert werden, die ihre Texte oft genug aus Gefälligkeit ohne Honorar oder gegen einen symbolischen Betrag liefern. Nicht selten verknüpfen sie offen oder verdeckt diese Texte mit ihren Geschäften. So stammen beispielsweise die Weinartikel in Tageszeitungen und Magazinen oft genug nicht von unabhängigen oder angestellten Journalisten sondern von Sommeliers, Weinhändlern oder PR-Leuten. Die Interessenskonflikte liegen auf der Hand, interessieren aber offenbar niemand. Korrekt wäre es so: Journalisten schreiben, PR-Fachleute machen PR, Sommeliers beraten Gäste, Weinhändler verkaufen Wein und jeder bleibt gefälligst bei seinem Leisten. Stattdessen suchen die Verlage und Redaktionen unter dem Deckmantel der „Fachkompetenz“ nur möglichst billige und willfährige Manuskriptlieferanten.

Hungerlöhne für Jungjournalisten

Medienunternehmen können derzeit aus einem riesigen Topf an potenziellen Arbeitskräften schöpfen. Daher ist die Situation für Berufseinsteiger trist. "Es gibt nicht annähernd so viele Stellen wie es Nachwuchsjournalisten gibt", sagt Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband gegenüber pressetext. Der wirtschaftliche Druck, der auf den Unternehmen lastet, verschlechtert die Situation zusätzlich. Deshalb sind viele Journalisten noch immer als freie Mitarbeiter oder Praktikanten beschäftigt. Auch Anstellungen unter branchenfremden Kollektivverträgen sind Usus, vor allem im Online-Bereich.

Mittwoch, 21.12.2011

Historischer Wärmerekord für die Schweiz


Aus der Schweiz kommt eine Meldung, die dem Jahr 2011 klimatisch im Bezug auf den Wein eine Mal mehr zu einer historischen Signifikanz verhilft. Man hat 2011 bereits vielfach mit den beiden anderen 11er Jahren 1811 und 1911 verglichen. Beides waren hervorragende Weinjahrgänge. Und viele erwarten dies in Deutschland zumindest auch vom 2011er. In manchen Punkten ähnelte der klimatische Verlauf von 2011 dem des Jahres 1893. Auch dies ist ein legendärer Jahrgang vor allem für Botrytisweine. Und jetzt ergaben die Messungen von MeteoSchweiz, das es im Jahr 2011 in der Alpenrepublik so warm war wie noch nie seit 1864. Und spätestens da werden Bordeauxliebhaber hellhörig. 1864/65 sind die legendären Zwillingsjahrgänge im Médoc die z.B. auf Château Lafite Weine hervorbrachte, die selbst heute nach bald 150 Jahren köstlich schmecken. In Deutschland
In der Schweiz jedenfalls schliesst 2011 mit einem Temperaturüberschuss von zwei Grad ab. Damit wurde die höchste Jahresdurchschnitts-Temperatur seit Messbeginn 1864 gemessen. In Deutschland reichen die Aufzeichnungen nicht ganz so weit zurück. Aber auch hier erwarten die Meterologen des Deutschen Wetterdienstes, die ihren Jahresbericht am 29. Dezember veröffentlichen werden, dass 2011 was die Wärmesumme betrifft unter den zehn wärmsten Jahren seit Messbeginn 1881 sein wird.

Dienstag, 13.12.2011

Der Wein, der aus der Wüste kommt


Bis vor einem Jahr war der Name des Musikers Maynard James Keenan nur Hardcore-Fans der Progressive-Metall-Rock-Szene als Mastermind der Band Tool bekannt. Das änderte sich schlagartig, als Anfang dieses Jahres der Film Blood into Wine in die amerikanischen Kinos kam. Er zeigt den Sänger von einer ganzen anderen Seite. Keenan hatte sich Ende der 1990er Jahre aus Los Angeles in die Wüste von Arizona zurückgezogen. Und vor ein paar Jahren dann in dem Cochise County genannten nördliche Teil dieses Bundesstaates begonnen unter extremen Bedingungen Wein zumachen. In dem Winemaker Eric Glomsky fand er einen kongenialen Mentor. Der Film erzählt in zwei Dutzend Takes die Entstehungsgeschichte dieses Weins von der Idee über die Exploration des Geländes, das Pflanzen und Weinmachen bis zur ersten Abfüllung im Jahr 2009 und der Promotiontour für den Wein. Er erlangte innerhalb weniger Monate Kultstatus nicht nur bei den Musikfans sondern auch in der Szene der Weinfreaks.



Gestern hatte ich Gelegenheit dank einer Präsentation von TVino und Sony Music den Film zu sehen und auch zwei der weine zu verkosten; die Keenan und Glomsky gemacht haben. Zwar handelte es sich dabei nur um die „Zweitweine“ der Stronghold-Kellerei die beide gemeinsam betreiben und nicht um die inzwischen legendären Caduceus-Weine. Die sind inzwischen so rar wie Three Rivers oder Screaming Eagle. Eine Flasche Pétrus zu besorgen ist dagegen ein, wenn auch teures Kinderspiel. Zumindest aus europäischer Sicht betrachtet, zählen die Weine von Keenan zu den teuersten der Welt; denn die einzige Möglichkeit sie zu erwerben, ist eine Reise nach Arizona. Da werden dann aus 75 Dollar ex-cellar schnell durch die Reisespesen 2.000 bis 3.000 Euro, selbst mit dem Billigflieger.

Dienstag, 06.12.2011

Bela Rex 2009 bester Rotwein Österreichs


Im Rahmen einer grossen Rotweingala in der Wiener Hofburg wurden heute die besten österreichischen Rotweine ausgezeichnet. Albert Gesellmann aus Deutschkreutz im Burgenland wurde dabei als Falstaff-Rotweinzier des Jahres gekürt. Sein Bela Rex 2009 – eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot - ist mit 96 Punkte der höchstbewerte Wein im aktuellen Falstaff-Rotwein-Guide 2012. Auf dem zweiten Platz landete mit Johann Heinrich und seinem Blaufränkisch Cupido beauté éternelle 2009 (95 Punkte) ein weiterer Deutschkreutzer Spitzenwinzer. Das Falstaff-Siegertreppchen komplett macht der Joiser Hannes Steurer mit seiner Cuvée Fam Steurer 2009 (BF/ZW/CS/SY; 95 Punkte). „Der Jahrgang 2009 brachte durchgängig sehr hohe Qualität und kann durchaus als der beste Rotweinjahrgang bezeichnet werden, den Österreichs Winzer bisher in die Flasche gebracht haben“, so Falstaff Wein-Chefredakteur Peter Moser.


Albert Gsellmann, Falstaff-Rotweinwinzer des Jahres (Foto: Moriz Schnell).

Im Rahmen der VIG & Falstaff Reserve Trophy wurden Rotweine reiferer Jahrgänge prämiert. Den ersten Platz konnte sich hier Andi Kollwentz mit seinem Blaufränkisch Point 2008 sichern. Als Wiederholungstäter steht Albert Gesellman mit seiner Cuvée „G2 2007 (BF/SL) auf dem zweiten Platz gefolgt von Anita und Hans Nittnaus mit dem Blaufränkisch Tannenberg 2008 auf Platz 3. Dem Zweigelt wurde aufgrund seines Stellenwerts in Österreich mit dem Zweigelt-Grand Prix eine eigene Auszeichnung gewidmet. Als beste Zweigelt-Produzenten für den noch jungen Jahrgang 2010 wurden heuer das Weingut Zantho (Platz 1), Erich Scheiblhofer (Platz 2) und das Weingut Taferner (Platz 3) geehrt.



Die besten Rotweine des Landes wurden in den acht Sortenkategorien ermittelt. Beim Blaufränkisch konnte sich der zweite Falstaff-Sieger, das Weingut J. Heinrich mit dem Cupido beauté éternelle 2009 (95 Punkte) auf Platz 1 behaupten. In der Kategorie Cabernet Sauvignon ging Andi Kollwentz als Erstplatzierter hervor, während bei den Cuvées der erste Falstaff-Sieger, Albert Gesellmann, mit seinem Bela Rex 2009 das Rennen machte. Das Weingut Juliana Wiedner (Neckenmarkt) entschied die Kategorie Merlot für sich, bei den Pinot Noirs ging das Weingut Schneider aus Tattendorf als Sieger hervor. Das Weingut Pittnauer (Gols) lieferte mit seinem St. Laurent Rosenberg 2009 den besten seiner Sorte ab, bei den Syrahs stehen Franz und Christine Netzl mit dem Syrah Schüttenberg 2009 an der Spitze. Als bester Zweigelt des Landes (Jahrgang 2009) wurden ebenfalls die Netzls aus Göttlesbrunn für ihren Zweigelt Haidacker 2009 ausgezeichnet und stellen damit als einzige gleich zwei Sortensieger. Hier die Auszeichnungen im Einzelnen:

Donnerstag, 01.12.2011

Mega-Fusion in der pfälzischen Weinwirtschaft


Die Fusionswelle in der deutschen Weinwirtschaft, die ich vor einem Jahr hier diagnostiziert und beschrieben habe, schreitet immer schneller voran. Nach den zahlreichen „kleineren“ Fusionen der vergangenen Monate, die vor allem in Baden und Württemberg stattfanden, gaben heute die beiden grossen pfälzischen Genossenschaften Deutsches Weintor in Ilbesheim und die Niederkirchener Weinmacher ihre Megafusion bekannt. Damit entsteht mit einer Gesamtrebfläche von 1.000 Hektar die sechstgrösste Genossenschaft Deutschlands. Das Unternehmen wird den Namen „Deutsches Weintor eG“ tragen und seinen Hauptsitz in Ilbesheim haben. In Niederkirchen verbleiben die bestehende Traubenannahme und -verarbeitung sowie der Direktverkauf und die Vinothek der Niederkirchener Weinmacher. Die Mitglieder hatten auf ihren Generalversammlungen am 29. bzw. 30. November mit überwältigenden Mehrheiten dem Zusammenschluss rückwirkend zum 1. September 2011 zugestimmt. Während die Mitglieder der Niederkirchener Weinmacher zu 87 Prozent für die Fusion stimmten, gab es bei Deutsches Weintor sogar ein hundertprozentiges Ja ohne Enthaltung.

Ein Blick auf die aktualisierte Liste der zehn grössten deutschen Winzergenossenschaften, zeigt dass 1.000 Hektar die magische Grenze ist nach der in Zukunft viele, die jetzt noch nachrangig sind, streben werden. Der immer härtere weltweite Wettbewerb zwingt dazu in solchen Mindestgrössenordnungen zu denken und zu handeln. Es ist also mit weiteren Fusionen zu rechnen.

Die grössten deutschen Winzergenossenschaften

Badischer Winzerkeller (BWK), Breisach (Baden): 2.500 ha
Moselland eG., Bernkastel-Kues (Mosel) 2.400 ha
Württembergische Zentralgenossenschaft (WZG), Möglingen (Württemberg): 2.300 ha
Winzergemeinschaft Franken eG (GWF), Kitzingen (Franken): 1.440 ha
Genossenschaftskellerei Heilbronn (Württemberg): 1.060 ha
Deutsches Weintor, Schweigen (Pfalz): 1.000 ha
Bezirkskellerei Markgräflerland, Efringen-Kirchen (Baden): 930 ha
Winzerkeller Wiesloch (Baden): 750 ha
Bezirkswinzergenossenschaft Wonnegau, Monsheim (Rheinhessen): 700 ha
Felsengartenkellerei, Hessigheim(Württemberg ) : 660 ha

Dienstag, 29.11.2011

Jahrgang 2011: extrem trockener November


Noch immer hoffen eine ganze Reihe Winzer darauf den Spitzenjahrgang 2011 nicht nur mit Rekord-TBAs sondern auch mit Eisweinen krönen zu können. Doch das Wetter machte ihnen bis jetzt einen Strich durch die Rechnung. Der November war extrem sonnenreich und damit zu warm. Die für Eiswein erforderliche Mindestkälte von minus sieben Grad wurde in den Anbaugebieten an keinem Tag erreicht. Vor allem aber brachte der November eine Rekordtrockenheit. An zahlreichen Messstellen wurde kein einziger Tropfen Regen registriert. Das meldete heute der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen. Auch in den ersten beiden Dezemberwochen wird sich nach den derzeitigen Prognosen die für die Produktion von Eiswein erforderliche mehrtägige Dauerkälte voraussichtlich nicht einstellen.

Mittwoch, 23.11.2011

Die Kandidaten für die Falstaff-Weintrophy 2012


Das Falstaff Magazin hat heute die short list der Kandidaten für die Weintrophy 2012 veröffentlicht. Jetzt ist es an der Jury zu wählen. Das Ergebnis gibt es in der Pro Wein Ausgabe im März. Nominiert als "Winzer des Jahres" sind:



Rainer Schnaitmann, Weingut Schnaitmann, Fellbach (Württemberg)
Rainer Schnaitmann aus Fellbach studierte in Geisenheim und praktizierte anschließend in Neuseeland und Italien. Danach fasste er den Entschluss, die Trauben nicht weiter an die Genossenschaft zu liefern, sondern selbst zu keltern. Seit 1997 verarbeitet Schnaitmann im eigenen Keller und eilt seither mit Weinen aus Spätburgunder, Lemberger, Merlot, Sauvignon Blanc und Riesling von Erfolg zu Erfolg.

Bettina Bürklin von Guradze, Weingut Bürklin Wolf, Wachenheim (Pfalz)
Mit 86 Hektar Rebfläche in den besten Lagen der Mittelhaardt zählt das im 16. Jahrhundert gegründete Weingut zu den Säulen der deutschen Weinqualität. 1990 hat Bettina Bürklin das Weingut übernommen, das sie mit Umsicht und Erfolg führt. Ihre Rieslinge aus Spitzenlagen wie Kirchenstück, Pechstein oder Ungeheuer zählen Jahr für Jahr zum Besten, was die edle Sorte in der Pfalz hervorbringt.

Roman Niewodniczanski, Weingut Van Volxem, Wiltingen (Saar)
Seit das Weingut 2000 vom Quereinsteiger Roman Niewodniczanski erworben wurde, ist Van Volxem dabei, sich einen Platz unter den besten Rieslingerzeugern Deutschlands zu erobern. In den allerbesten Saar-Lagen entstehen finessenreiche Weine wie der Scharzhofberger, die allesamt vom bedingungslosen Qualitätsstreben des groß gewachsenen, ja unübersehbaren Winzers künden.

Montag, 21.11.2011

Hawesko wird weltgrösster Online-Weinhändler


Vor 15 Jahren ging der Hamburger Weinversender Hawesko mit einem ersten Shop online. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen dieser Branche, die die erste Dotcom-Blase des Jahres 2000 nicht oder nur mit argen Blessuren überlebten, wuchs Hawesko in dieser Zeit langsam aber stetig. Gut die Hälfte der 19 inzwischen zur Gruppe gehörenden operativen Gesellschaften sind mehr oder minder erfolgreich im E-Commerce tätig. „Wir wollten keine Show veranstalten, sondern von Anfang an Geld verdienen. Und das haben wir getan.“ So das selbstbewusste Fazit des Vorstands-Chef Alexander Margaritoff (59) in einem Hintergrundgespräch mit dem Weinreporter.



Laut seinen Angaben werden heute 25 Prozent des Umsatzes im Versandhandel über das Internet generiert. Das Wachstum dieses Geschäftsbereich bezifferte er in dem Gespräch auf derzeit 20 bis 25 Prozent per anno. Allein die Kernsparte erreichte 2010 einen Online-Umsatz von 21 Millionen Euro. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit; denn nicht alle Online-Umsätze sind so ohne weiteres in der Bilanz zu erkennen. Die 21 Millionen beziehen sich ausschliesslich auf die Versandhandelsparte bestehend aus dem eigentlichen Hanseatischen Wein- und Sektkontor (Hawesko), dem Video-Format TVino, dem Spezialitätenhändler Carl Tesdorpf in Lübeck und der schwedischen Tochterfirma The Wine Company.

Das Jahr des Rainer Schnaitmann


Ohne Frage, 2011 ist das Jahr des Rainer Schnaitmann aus Fellbach. Erst gewann der Remstaler Winzer in diesem Frühjahr die Sauvignon Blanc Trophy, beim Riesling markierten 2010 seine „Grossen Gewächse“ aus dem Lämmler und dem Götzenberg die Spitze in Württemberg und jetzt setzt er mit dem Spätburgunderpreis 2011 dieser Serie die Krone auf. Sein Lämmler Spätburgunder GG des Jahrgangs 2009 triumphiert in der Konkurrenz gegen insgesamt 445 Weine der beiden Jahrgänge 2008 und 2009, die von ihren Erzeugern für den diesjährigen Wettbewerb angestellt worden waren.



Nach Zahl der Muster und Betriebe war es eine der umfangreichsten Beteiligungen in der Geschichte des Deutschen Spätburgunderpreises. Bis auf Mittelrhein, Bergstrasse und Sachsen waren alle Anbaugebiete vertreten. Die Weine waren zunächst von der Jury in zehn regionalen Vorrunden verkostet worden, wobei für jedes Anbaugebiet ein Regionalsieger ermittelt wurde. Diese zehn Weine sowie 40 weitere, die über alle Gebiete hinweg am höchsten bewerteten wurden, kamen danach ins Finale der TOP 50, 15 aus dem Jahrgang 2008 und 35 aus 2009.

Hatten im vergangenen Jahr Pfälzer Winzer beim Deutschen Spätburgunderpreis aufgetrumpft, markieren 2011 vor allem Erzeuger aus Baden und Württemberg die Spitze. Sieben der TOP 11 kamen aus den Anbaugebieten Baden und Württemberg. Als sozusagen „Zweiter“ Sieger ging das Weingut Freiherr von Gleichenstein aus Vogtsburg-Oberrotweil aus dem Wettbewerb hervor. Der rote Spitzenwein des Gutes mit Namen Baron Philipp belegte den ersten Platz bei den Weinen des Jahrgangs 2008.

Donnerstag, 17.11.2011

China Weinkonsum wird sich bis 2016 verdoppeln


Von Krise keine Rede. China ist nach wie vor der am schnellsten wachsende Weinmarkt der Welt und auf dem besten Wege die Nummer eins zu werden. Allein in der südchinesischen Metropole Hong Kong ist der Weinimport in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 60 Prozent gestiegen. Derzeit liegt China vor Grossbritannien und Deutschland auf Platz fünf. In den kommenden fünf Jahren soll sich der Konsum laut einer Studie von Wine and Spirit Research in London nochmals verdoppeln von 1,5 Milliarden Flaschen (2010) auf drei Milliarden Flaschen (2016). Innerhalb der nächsten zehn Jahre könnte bei anhaltendem Wachstum China also tatsächlich den derzeitigen Spitzenreiter USA (ca. 4 Milliarden Flaschen) überholen und zum grössten Weinmarkt der Welt werden.

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China auf dem Weg zur Weltweinmacht


China als Lokomotive der Weinwelt

Dienstag, 15.11.2011

Die zehn grössten Weinmarken der Welt


Die britische Fachzeitschrift Drink Business hat ihre alljährliche Liste der zehn erfolgreichsten Weinmarken der Welt veröffentlicht. Insgesamt haben diese demnach im vergangenen Jahr 1,259 Milliarden Flaschen verkauft. Das waren knapp 0,6 Prozent weniger als im Jahr 2009. Da waren es 1,266 Milliarden Flaschen. Zum Vergleich: Deutschlands Winzer produzieren im langjährigen Schnitt in etwa 1,2 Milliarden Flaschen.

Das Marktsegment ist fest in der Hand von drei führenden Weinländern aus Übersee. Europa spielt keine Rolle. Fünf Marken kommen aus den USA, vier aus Australien und eine aus Chile. Die Reihenfolge ist fast identisch geblieben. Lediglich Beringer (Platz 6) hat Sutter Home (Platz 7) überholt. Fünf Marken sind im Vergleich zum Vorjahr gewachsen, fünf geschrumpft. Prozentual am meisten zugelegt hat dank seiner Sommer-Kampagne „Enjoy a Glass on the Grass experience” Blossom Hill (Platz 10) mit 11,8 Prozent. Die Marke ist heute die Nummer eins Weinmarke und die viertstärkste Alkoholmarke in Grossbritannien. Nach Zahl der Flaschen hatte allerdings Marktführer Gallo die Nase vorn, der 2010 rund sechs Millionen Flaschen mehr verkaufte als 2009.

Die zehn grössten Weinmarken der Welt

01 Gallo, USA (E. & J. Gallo Winery): 246 Millionen Flaschen (2009: 240 Mio.) + 2,5 %

02 Concha y Toro, Chile (Concha y Toro): 205,9 Millionen Flaschen (2009: 207,6 Mio.) – 0.9 %

03 Yellow Tail, Australien (Casella Wines): 134,7 Millionen Flaschen (2009: 134.7 Mio.) +/- 0

04 Robert Mondavi, USA (Constellation Wines): 124,8 Millionen Flaschen (2009: 126 Mio.) – 0,9 %

05 Hardys, Australien (Accolade Wines): 115,2 Millionen Flaschen (2009: 111,6 Mio.) + 4,2 %

06 Beringer, USA (Treasury Wine Estates): 99,6 Millionen Flaschen (2009: 105,6 Mio.) – 5,7 %

07 Sutter Home, USA (Trinchero Family Estates): 97,2 Millionen Flaschen (2009: 111 Mio.) – 12,5 %

08 Jacobs Creek, Australien (Pernod Ricard): 87,8 Millionen Flaschen (2009: 93,6 Mio.) - 9,4 %

09 Lindemans, Australien (Treasury Wines): 80,4 Millionen Flaschen (2009: 75,6 Mio.) + 6,3 %

10 Blossom Hill, USA (Diageo): 68,4 Millionen Flaschen (2009: 61,2 Mio. ) + 11,8 %

Sonntag, 13.11.2011

Prosecco im Grössenwahn


Auf der Konferenz Wine Future, die vergangene Woche in Hong Kong stattfand, hat der Prosecco Produzent Gianluca Bisol eine erstaunliche Prognose von sich gegeben. Die Produktion von Prosecco werde in den kommenden 25 Jahren alle anderen Schaumweine der Welt nach der Menge übertreffen Er rechne bis zum Jahr 2035 mit einer auf über eine Milliarde Flaschen gestiegenen weltweiten Nachfrage. Das würde die Schaumweinwelt auf den Kopf stellen. Zum Vergleich: heute liegt die Prosecco-Produktion bei ca. 160 Millionen Flaschen, für den spanischen Cava werden aktuell 200 Millionen Flaschen angegeben und in der Champagne werden im Schnitt 330 Millionen Flaschen produziert.



So weit so gut. Nur warum rechnet das keiner nach? Bisol hat dies schliesslich nicht auf einer Jahrestagung seiner Handelsagenturen und -vertreter hinter verschlossenen Türen gesagt sondern im Rahmen einer Versammlung von Experten, die sich als die Elite der Weinwelt begreift.
Aus der Bisol-Eigenwerbung für die Veranstaltung: „ein von der Branche mit großem Interesse erwartetes internationales Meeting von Repräsentanten des Gotha der internationalen Önologie. Im Fokus stehen die Zukunft, Produktion und Kommunikation des Weines. 2000 Delegierte aus über 40 Ländern haben ihre Teilnahme an den Diskussionen über die spezifischen Tendenzen während der Drei-Tage-Konferenz zugesagt; unter anderem werden sich auch Persönlichkeiten wie Robert Parker, Jancis Robinson MW, Miguel Torres, Michel Bettane und Francis Ford Coppola zum Thema äußern. […] Gianluca Bisol wird in Hongkong über die Revolution sprechen, die den Prosecco als Hauptdarsteller sieht, über die an den Champagner gerichtete Herausforderung und die Prognosekommentieren, wonach der Absatz von Prosecco innerhalb von wenigen Jahren auf internationaler Ebene den von Champagner übertreffen und ein Zeichen für den Sieg des Lifestyle-Symbols über Statussymbol setzen wird.“
Eigentlich hätte man da mit heftigen Widersprüchen und kritischen Fragen rechnen müssen. Davon ist aber bis jetzt nichts zu lesen und zu hören.

Samstag, 12.11.2011

Hawesko nimmt Kurs aufs Web 2.0


Bislang war der deutsche Weinhandelsriese Hawesko lediglich über seine Tochter TVINO im Bereich social web präsent. Seit Ende der vergangenen Woche zeigt das Hanseatisch Wein- und Sektkontor selbst Flagge mit Firmenseiten bei Facebook und Google plus. Verantwortlich für diese Auftritte ist Dimitri Taits (28), der seit dem 1. September in der Tornescher Zentrale des Unternehmens als Social media Manager tätig ist.

Taits studiert Internationale Weinwirtschaft in geisenheim, ist Tutor für Social Media an der Hochschule RheinMain, berät Unternehmen der Weinbranche, und hält Seminare zum Thema Social Media in der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit für den Hessischen Verwaltungsschulverband. In den kommenden sechs Monaten soll er nun Hawesko fit fürs web2.0 machen. In dieser Zeit wird er nicht nur die dafür nötigen Tools konzipieren bzw. einrichten sondern vor allem auch Hawesko-Mitarbeiter im Umgang mit dieser neuen Kommunkationsform vertraut machen. Zunächst sind sind das sieben Kundenbetreuer, die eigene Profile und Admin-Zugänge zu den Seiten bekommen werden, die Taits im Augenblick noch alleine administriert. Nach und nach sollen aber in allen Bereichen des Unternehmens sei es im lager, im Marketing oder im Einkauf Autoren und Fachleute gewonnen werden. Taits: „Die Erfahrungen und Erlebnisse der Einkäufer z.B. sind eine wahre Fundgrube für interessante Stories rund um den Wein.“ Auf Twitter ist Hawesko bislang noch nicht vertreten aber laut Taits arbeitet man daran alle die Firma und ihre Produkte betreffenden Twitter Postings zu erfassenn um diese gegebenenfalls beantworten oder kommentieren zu können. Die Hawesko Portalseite wird einen eigenständigen Blog erhalten, für den mehrere Autoren schreiben werden. Vor allem auf die Beiträge des eloquenten und kenntnisreichen Eckhard Hillmann freue ich mich schon jetzt.

Donnerstag, 10.11.2011

Exportoffensive für Südafrikas Weine in China


Bei zwei grossen Messen in Beijing und Shanghai zeigt die südafrikanische Weinwirtschaft Ende November Flagge in China. Da Wein zu den wichtigsten Exportgütern des Landes zählt, sind diese Präsentationen eingebettet in eine Industrieschau mit Metallen, Mineralien, Autos und elektronischen Geräten. China ist Südafrikas wichtigster Handelspartner sowohl beim Import als auch beim Export. Statistiken des chinesischen Handelsministeriums belegen für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Anstieg des Handelsvolumens im Wert um 88 Prozent im vergleich zur Vorjahresperiode. Die aktuellen Exportzahlen von Wines of South Africa (WOSA) für Oktober unterstreichen diese Zahlen und den wachsenden Erfolg südafrikanischer Weine in China. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres stieg der Flaschenweinexport der Kap-Winzer nach China um 114 Prozent auf 4,6 Millionen Flaschen, während die Menge der nach China gelieferten Tankware um fast 67 Prozent zurückging. Besonders gefragt waren Rotweine (+ 122 %) gefolgt von Roséweinen (+ 98 %). Die Weissweine legten um 82Prozent zu. China liegt bei Flaschenweinexporten damit auf Platz zehn der südafrikanischen Exportstatistik für Wein.

Bodenarten sind als Weinmarke unzulässig


Ein über drei Jahre dauernder Rechtsstreit über die Zulässigkeit von Boden- und Gesteinsarten als Markennamen für Weine ist jetzt höchstrichterlich entschieden. Demnach dürfen Begriffe zur Beschaffenheit von Böden und geologischen Formationen bei der Weinbezeichnung verwendet, kann aber nicht mehr von einzelnen Winzern exklusiv als Marke eingetragen werden. Mit der Zurückweisung einer Beschwerde gegen die Löschung der Wortmarke "Löss" aus dem Markenregister durch Beschluss des Bundespatentgerichts (Az. 26 W (pat) 164/09) ist nunmehr deren Löschung durch das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) rechtskräftig. Die Entscheidung des Bundespatentgerichts kann verallgemeinernd auch auf andere Bodenbezeichnungen übertragen werden.



Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz hatte im Sommer 2008 beim DPMA die Löschung verschiedener als Marke geschützter Begriffe zur Bodenbeschaffenheit beantragt, nachdem die Nutzung solcher Begriffe, wie Löss, Schiefer oder Porphyr, bei Weinbeschreibungen zu Abmahnverfahren gegen einzelne Weinbaubetriebe geführt hatte. Der Drink Tank hatte damals ausführlich darüber berichtet. Das DPMA hatte daraufhin bis zum Frühjahr 2010 alle beantragten Löschungen durchgeführt. Der Inhaber der Marke "Löss" und ein weiterer Markeninhaber hatten gegen die Löschung Beschwerde beim Bundespatentgericht eingelegt.

Dienstag, 08.11.2011

Metro steigt jetzt auch online ins Weingeschäft ein


Mit dem heute in Düsseldorf verkündeten Einstieg des Handelsriesen METRO Cash & Carry ins Online-Geschäft mit Wein betritt ein echter Big Player die Bühne. Unter der Internetadresse www.metro-wein.de betreibt Deutschlands führender Selbst- bedienungsgroßhändler ab sofort einen Online-Weinshop für Gewerbetreibende.Er ist deshalb auch nur für Kunden mit einem METRO-Kundenausweis zugänglich. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Online-Version des stationären Angebotes der Cash & Carry Märkte, sondern um einen eigenständigen neuen Vertriebskanal. Alle unter dem Slogan „Erlesen Weine. Feine Preise.“ in dem Shop angebotenen Artikel sind ausschließlich im Internet erhältlich. Seit Jahren Kritiker hatten immer wieder bemängelt, dass dem Handelskonzern eine Strategie für den Wachstumsmarkt Internet fehlt. Dies soll sich nun ändern.



„Wir bieten den Profi-Kunden die Möglichkeit, exklusive Wein-, Sekt- und Champagnersorten, die perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, komfortabel und schnell über das Netz zu erwerben,“ so Richard Hinnen, Bereichsleiter Wein, Sekt & Spirituosen bei METRO Cash & Carry Deutschland auf der heutigen Pressekonferenz in Düsseldorf. Zum Start soll das Internet-Sortiment laut Abgaben des Unternehmens aus rund 200 Weinen bestehen. Mittelfristig sei geplant, das Angebot auf 500 Artikel auszubauen, unter denen auch Klassiker wie Chianti, Bordeaux zu finden sind. Ebenso will man „ausgesuchte Spezialitäten und limitierte Editionen besonders edler Tropfen" anbieten. Dies könnte mittelfristig alle Mitbewerber unter Druck setzen; denn unter den Kunden der METRO befinden sich nicht nur Gastronomen und kleine Händler sondern vor allem auch eine grosse Zahl Gewerbetreibender und Freiberufler, die klassische Klientel des Marktführers Hawesko.

GM ehrt Matthias Müller als Winzer des Jahres


Mit Matthias Müller vom gleichnamigen Weingut in Spay wurde zum ersten Mal ein Winzer vom Mittelrhein von der Redaktion des Gault Millau Wein Guides als „Winzer des Jahres“ ausgezeichnet. „Mit akribischer Arbeit schaffte er den Sprung an die Spitze der Region und prägte seinen eigenen, opulenten Stil. Seine Rieslinge sind spannend und zugleich freundlich kalkuliert. Ein Leuchtturm im Weltkulturerbe Mittelrhein!“, so lobte GM-Chefredakteur Joel Payne bei der Vorstellung des Gault Millau 2012 in in der Rheinland-Pfalz Bank in Mainz den Winzer, der das kleine Anbaugebiet zwischen Bingen und Bonn anführt.

Ohne die Leistungen Müllers als Weinmacher schmälern zu wollen, scheint mir diese Entscheidung freilich eher einen Frage des Proporzes zu sein nach dem Motto: jetzt muss endlich mal einer vom Mittelrhein her. Man kann es wohl auch als solidarische Referenz an das unter Popularitätsmangel leidende Gebiet sehen, dem der Status des Weltkulturerbes bislang nicht den gewünschten Auftrieb gebracht hat.

Es regnet Gourmet-Sterne über Deutschland


Die deutsche Spitzengastronomie ist um ein neues 3-Sterne-Restaurant und zehn neue Häuser mit 2-Sternen reicher. Die Tester des MICHELIN-Führers zeichneten in der deutschen Ausgabe, die am 11. November erscheint, so viele Restaurants mit zwei Sternen aus wie nie zuvor. Ihre Gesamtzahl steigt auf 32 Häuser. Mit dem Restaurant „La Vie“ in Osnabrück gibt es außerdem eine neue 3-Sterne-Adresse. Die Zahl der 3-Sterne-Restaurants liegt mit neun Häusern auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Nach Frankreich bietet Deutschland die meisten Adressen mit der höchsten gastronomischen Auszeichnung in Europa.

Zu den neuen 2-Sterne-Häusern gehören „Schwingshackl Esskultur“ in Bernried und „Kastell“ in Wernberg-Köblitz (Bayern) sowie das „Rosin“ in Dorsten und „La Vision“ in Köln (Nordrhein-Westfalen). Wie im vergangenen Jahr ist der Norden Deutschlands weiter im Aufwind. Hier zeichneten die Michelin Inspektoren sechs Häuser neu mit zwei Sternen aus: die Hamburger Restaurants „Haerlin“ und „Jacobs Restaurant“ sowie das „Buddenbrooks“ in Lübeck und „La Mer“ in List auf Sylt und die Restaurants „Lorenz Adlon“ und „reinstoff“ in Berlin.

Als Hoffnungsträger für einen zweiten Stern werden die 1-Stern-Häuser „Tim Raue“ und „Margaux“ in Berlin genannt. Dies gilt auch für die 1-Stern-Restaurants „Le noir“ in Saarbrücken, „Gourmet Restaurant Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe“ in Öhringen sowie „Zum Hirschen – avui“ in Fellbach bei Stuttgart.

Die Zahl der 1-Stern-Restaurants stieg von 205 auf 208. Insgesamt 23-mal vergaben die Michelin Inspektoren den begehrten Stern neu. Vier bislang sternlose Häuser sind als Hoffnungsträger für einen Michelin Stern gekennzeichnet. Ein historisches Hoch gibt es auch bei den mit einem „Bib Gourmand“ empfohlenen Restaurants. 431 Häuser erhalten diese Auszeichnung für sorgfältig zubereitete Mahlzeiten zu einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs um 45 Adressen. Insgesamt empfiehlt der umfangreich aktualisierte MICHELIN-Führer Deutschland 2012 auf 1.440 Seiten 2.157 Restaurants und 4.227 Hotels in allen Komfort- und Preiskategorien. Die 249 Sterne-Restaurants zeugen von der dynamischen Entwicklung und dem hohen Niveau der deutschen Gastronomie.