Montag, 23.04.2007

Sommer im April

Die erste Hälfte des Weinjahres 2007 neigt sich dem Ende zu mit einem April, der alle Anzeichen eines Sommermonats hat: viel zu warm und vor allem viel zu trocken. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach hat für fast ganz Deutschland die zweithöchste Waldbrand-Gefahrenstufe ausgerufen, im Osten sogar die höchste. In der Schweiz wüten bereits die ersten grossen Waldbrände in Appenzell und im Tessin. Der Wärmeüberschuss erreicht im April laut den Messungen von MeteoSchweiz teilweise bereits sieben Grad. Die Aussichten bis zum Monatsende verheissen für die Land- und Forstwirtschaft nichts Gutes. Kleine Schauer am Dienstag und dann Hochdruckwetter mit Sonnenschein und teilweise hochsommerliche Hitze bis 30 Grad für den Rest des Monats. Den letzten April mit derartigen Temperaturen gab es in Deutschland 1968.

Ob sich das negativ auf die Ernteergebnisse auswirkt, wird der Mai zeigen. Bei feuchtem und warmen Wetter sind die Pflanzen in der Lage Einbußen zu kompensieren. Ohne nennenswerten Regen jedoch, drohen Qualitäts- und Mengeneinbussen. Für die Winzer dagegen ist die Bilanz eher positiv. Bis jetzt jedenfalls. Vor zwei Wochen berichtete Lippert im Winzerblog über einen extrem frühen Austrieb (11. April) in den Weinbergen an der Bergstrasse. Bei meinem Besuch am Wochenende im schwäbischen Remstal konnte ich mich davon überzeugen, dass die Vegetation dort in den Weinbergen einen Vorsprung von gut dreieinhalb Wochen hat. Winzer aus Österreich berichten, dass im dort die Böden bereits im April Risse zeigen wie sonst im Hochsommer. Die Natur hat also (fast) alle Grundsteine gelegt für ein weiteres Extremjahr.

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