Donnerstag, 05.03.2009

Web und Wein auf der CEBIT

Wein im Web2.0 ist zum Thema der grössten Computermesse der Welt, der CEBIT in Hannover geworden. Heute fand dort in Halle 6 im webciety-Bereich eine sehr gut besuchte Podiumsdiskussion zu dem Thema statt, an der ich teilgenommen habe. Ausserdem auf dem Podium: Dirk Würtz (Weinmacher), Michael Pleitgen (Weinkademie Berlin), Alexander Schardt (verkostet.de), Matthias Metze (Viva Vino) und David Nelles (Social Media Experte). Am Samstag findet dann eine bereits im Vorfeld viel beachtete Twitter-Weinprobe statt. Hier kann man auf zaplive.tv den Kurzvorträgen und Diskussionen auf dem heutigen Podium folgen.



Zur Vorbereitung der heutigen Podiumsdiskussion habe ich in den vergangenen Wochen drei Umfragen laufen lassen. Dabei habe ich weinafine Onliner oder häufig das Internet nutzende Weinfreunde drei Fragen gestellt:
FRAGE: Woher beziehen Sie ihre kaufentscheidenden Informationen beim Wein-Einkauf?

FRAGE: Wieviel Wein trinken Sie pro Woche bzw. pro Tag?

FRAGE: Zu welcher Konsumenten-Schicht zählen Sie sich beim Weineinkauf?
Diese Umfragen wurden zum einen über die Mitglieder des Forums talk-about-wine lanciert ausserdem über die Bezieher meiner Newsletter, über diverse Weinweblogs sowie über Twitter. Zwischen 600 und 800 Personen beteiligten sich je nach Frage daran.

Dabei ergaben sich zwei höchst bemerkenswerte Aspekte das Konsumverhalten der Befragten betreffend. Was den Wein-Konsum betrifft zeigten sie ein eindeutig “romanische Trinkverhalten“ und sie stuften sich selbst als klare Premium-Konsumenten ein. In Zahlen: wenn man den Antworten glauben schenkt, dann trinkt der durchschnittliche Wein-Onliner etwa ½ Flasche Wein pro Tag. Das entspricht ca. 150 Litern im Jahr und damit das Sechsfache des statistisch errechneten bundesdeutschen Durchschnittsbürgers. Im Schnitt geben sie für eine Flasche ca. 9.50 Euro aus. Das ist etwa das Vierfache des Durchschnittspreises der in Deutschland verkauften Weine. Die befragten Onliner zeigen damit ein Profil, das dem amerikanischen Markt entspricht. Interessant ist auch das Informationsverhalten. Es ist keineswegs so eindeutig online-lastig, wie ich ursprünglich angenommen hatte.
29 % Online (= Foren, social networks, blogs, newsletter, online Weinführer)

22 % Fach-Informationen (= Händler Sommeliers, Messen)

18 % Winzer (= Besuch auf dem Weingut, Winzerpräsentationen)

17 % Print-Medien (=Weinzeitschriften, Magazine, Tagezeitungen, Print Weinführer)

12 % Persönliche Empfehlungen (= Freunde, private Weinproben)
Fasst man die Gruppen 3 und 5 zusammen, dann sind zeigt dies, dass der persönliche Kontakt mit 30 Prozent einen sehr hohen Stellenwert geniesst. Social media und networks sind also keine Form des second live sondern haben konkrete Rückwirkungen auf das Verhalten im realen Leben der User. Das zeigt in einem ganzen anderen Bereich auch die auf der CEBIT vorgestellte Bitkom-Studie, wonach jeder Zweite über das Internet Freunde gefunden und acht Prozent sogar ihre Lebenspartner über Netz gefunden haben.

Kommentare

Die Ergebnisse der Umfrage sind für mich wirklich erstaunlich. Der Weineinkauf ab Hof spielt selbst beim Online affinen Weinkonsumenten eine nicht zu unterschätzende Rolle, wer hätte das gedacht. Ich würde gerne mehr über die Umfrage erfahren!
Miriam Lemke | 16.03.2009 - 22:05

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