Dienstag, 14.12.2004
Ein Inspektor sieht rot
Rémy, der 16 Jahre lang im Dienste der roten Gourmet-Bibel stand, hatte sich Anfang des Jahres mit den Herausgebern der Restaurant-Führer überworfen. Er hatte in einem Buch L´Inspecteur se met à table? (?Der Tester setzt sich zu Tisch?) unter anderem behauptet, die Gastronomiekritiker von Michelin seien weniger streng und weniger zahlreich als allgemein angenommen. Manche Restaurants würden nur lle dreieinhalb Jahre besucht. Mehr als ein Drittel der Drei-Sterne-Küchen entspreche zudem ?nicht dem erwarteten Niveau?, würden auf Grund freundschaftlicher Beziehungen nicht gestrichen. Michelin hatte seinen früheren Mitarbeiter deshalb wegen Verleumdung verklagt und 100.000 Euro Schadenersatz verlangt. Statt nur fünf, wie von Rémy behauptet, seien 21 Prüfer in Frankreich im Einsatz. In Europa würden 70 Tester alle 18 Monate die Restaurants besuchen. Arbeitsgericht wies diese Klage von Michelin zurück. Die Richter erklärten sich in dieser Frage für nicht zuständig. Diese Frage müsste in einem zweiten Prozess vor einem anderen Gericht geklärt werden.
Scheuermann um 15:02 | Essen | TrackBack (0) | 3 Kommentare | Artikel versenden
Kommentare
Im selben Prozess hatte der Guide Michelin wegen "Verunglimpfung" eine 6-stellige Summer gefordert und keinen müden Euro bekommen.
Selbst in der Zusammenfassung steht "Personne n'a gagné" - keiner hat gewonnen.







